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Literatur

Wer spricht mit mir über das Buch, das ich gerade gelesen habe? Wer hört sich meine Gedanken an, stimmt mir fröhlich zu oder widerspricht mir ebenso fröhlich, grübelt gemeinsam mit mir über unklare Stellen, freut sich gemeinsam mit mir an sprachlichen Leckerbissen? Wer weiß etwas anderes über den Autor und seine Welt als ich? Mit wem kann ich Denk- und Gefühlserfahrungen austauschen, die mich beim Lesen bewegten?

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Diese Wünsche erfüllen sich die Teilnehmer der Literaturkreise I, II und III im Förderverein für Kunst und Kultur gegenseitig. Hier treffen sich lebenskluge Leute und nehmen sich die Muße, literarische Kunstwerke zu durchleuchten. So weit gespannt ihre Berufsfelder sein mögen, so unterschiedlich ihre sonstigen Interessen -  diese Leidenschaften haben sie gemeinsam: sie lesen gern, sind zu freimütigem Reden und verständnisvollem Zuhören bereit. Die Zeit, die sie dafür opfern, ist für sie kein Opfer.
Gemeinsam wird am Jahresanfang verabredet, welches Buch zu den Gesprächsrunden gelesen sein sollte. Die Lektüre reicht von schmalen Bändchen wie Tolstojs "Kreutzersonate" bis zu schweren Brocken wie Uwe Tellkamps "Der Turm" und bietet eine feine Mischung aus klassischer und moderner Literatur. Bei den Diskussionen kommt es nicht darauf an, mit literaturtheoretischem Wissen aufzuwarten, die eigene Meinung, der eigene Erlebnishorizont, der persönliche Kunstsinn sind gefragt. Positive oder negative Kritik zu Sprache und Inhalt des Werkes, Assoziationen, spontane Eingebungen, Erinnerungen, Erfahrungen zu Themen des Buches werden in Rede und Gegenrede ausgetauscht, Zitate vorgetragen. Widerspruch ist erwünscht. Es geht heiter, lebhaft bis temperamentvoll und trotzdem entspannt zu und immer ist es anregend. Am Ende eines Treffens ist oft zu hören: "Das muss ich jetzt noch einmal lesen!"